a connected future

journal_19_05_2020

Eine zunehmend vernetzter werdende Welt, bedingt eine ebenso vernetzte Mobilität. 
Demzufolge ist die Integration aller Mobilitätsmedien in das größere Mobilitäts-Ecosystem eine der zentralen Herausforderungen, vor der Hersteller und Anbieter derzeit stehen - unabhängig davon, ob es sich um Scooter, E-Bikes, Motorräder, Autos, Transportmittel oder öffentliche Verkehrsmittel handelt. Alle müssen mittelfristig integrativer Bestandteil des größeren Mobilitätssystems werden, um autonomes Fahren und Mobilität an sich, sicherer zu machen.

Welche Auswirkungen hat das auf die Fahrradindustrie?

Die Zeiten, in denen die Fahrradwelt komplett analog unterwegs war, scheinen ihrem Ende entgegenzugehen. Mit dem Siegeszug des eBikes als Innovationstreiber der Branche haben sich neue Wertschöpfungsmöglichkeiten aufgetan. Doch selbst die E-Bike-Branche ist nach wie vor hauptsächlich damit beschäftigt Antriebssysteme so perfekt wie möglich zu integrieren und ihr Angebot in eine wachsende Anzahl von E-Bike-Segmenten zu differenzieren. Eine weitergehende Konnektivität gibt es, abgesehen von einfacheren Funktionen wie Navigation, Geo-Tracking oder Verknüpfung von APIs, bislang selten. Dies hat sicherlich damit zu tun, dass die Anbieter in den letzten Jahren nicht hochinnovativ sein mussten, um Ihre Produkte zu verkaufen. Die Nachfrage überstieg regelmäßig das Angebot.

Doch die Welt ändert sich. Und damit der Lebensstil der Menschen - sowie deren Motivationen und Bedürfnisse der Mobilität und dem Radfahren gegenüber.

Die aktuelle Krise hat den bereits bestehenden Trend zu allem, was online, digital und vernetzt ist, nochmal deutlich verstärkt. Auch das bislang meist analoge Radfahrerlebnis wird sich zunehmend digitaler und vernetzter entwickeln. Und damit reichhaltiger und spannender. Diese Steigerung des Erlebniswerts - ermöglicht durch eine weitreichende Konnektivität - wird zwangsläufig zu neuen Geschäftsmodellen und Umsatzmöglichkeiten führen.

Ein weiterer Effekt dieser Krise ist, dass der Status Quo der urbanen Mobilität zunehmend kritischer hinterfragt wird. Die autozentrischen Zeiten sind sehr wahrscheinlich vorbei, und während öffentliche Verkehrsmittel aktuell als zu riskant eingestuft werden, bieten Fahrräder und E-Bikes Vorteile, die sie dafür prädestinieren zukünftig eine stärkere Rolle in der urbanen Mobilität einzunehmen. 
Kommunen sind dabei langjährige Prioritäten zu verändern. Wo immer man hinschaut, erweitern Städte und Gemeinden ihr Fahrradwegenetz um den Wandel hin zu einer sozialeren und umweltfreundlicheren Mobilität zu realisieren. 


Das bedeutet jedoch auch, dass durch eine stark zunehmende Zahl an Radfahrern die Frage nach deren Sicherheit eine der zentralen Fragestellungen werden wird, denen sich die Verantwortlichen gegenüber sehen. Diese, und andere Teilnehmer des erweiterten Mobilitäts Ecosystems, werden sich für eine schnellere Integration der Mikromobilität in das größere Mobilitäts-Ecosystem einsetzen, um einen sicheren und effizienten Verkehr zu gewährleisten. Die dafür notwendige V2X Technologie wird neue Standards, Produkte und Dienstleistungen vorantreiben. Konnektivität - ganzheitlich verstanden - ist dabei das Zauberwort, das die Mobilität von morgen reichhaltiger und weiter diversifizieren lässt.

Abschließend stellt sich die Frage, wer diese Entwicklungen vorantreiben und ökonomisch für sich nutzen wird? Die Fahrradhersteller? Die Hersteller von Antriebssystemen? MaaS-Anbieter? Oder werden andere, konnektivitäts- oder datengesteuerte neue Unternehmen die etablierten Fahrradmarktteilnehmer ernsthaft herausfordern?