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disruptive mobilities

journal_06_01_2019

disruptiv ... was für ein wort. es verfolgt einen geradezu. Trump hatte sicherlich seinen anteil daran, big data auch. es ist definitiv mein wort des jahres 2018. sicherlich weckt es in vielerlei hinsicht eher negative assoziationen, andererseits steht es aber auch für fortschritt und eine fülle neuer möglichkeiten. ein janusköpfiges wesen. sowohl allgemein betrachtet, als auch in bezug auf die mobilität. entscheidend ist, wie wir auf diese entwicklungen reagieren.

einige der bevorstehenden, neuen entwicklungen wie autonomes fahren, big data-gesteuerte neue geschäftsmodelle oder mögliche, durch den klimawandel bedingte, gesetzliche veränderungen sind für die meisten von uns noch weit entfernt und zu abstrakt.
andere entwicklungen sind da schon deutlich konkreter. angefangen bei der „dieselaffäre“, die den wiederverkaufswert unserer autos kurzer hand radikal reduziert hat, oder die diskussion um feinstaubbelastung, die uns unmittelbar mit den gesundheitsrisiken des heutigen verkehrs konfrontiert, oder die dieselfahrverbote, die in einer wachsenden anzahl deutscher städte, ab diesem jahr zu einer direkten beeinträchtigung unserer persönlichen mobilitätsgewohnheiten führen werden. und das nicht nur in finanzieller hinsicht, sondern auch in bezug auf konvenienz und der freude am fahren. alles in allem sehr ärgerlich und alles andere als abstrakt. wir sprechen von entwicklungen, die uns zwingen zu reagieren, statt sie wie bislang zu akzeptieren um dann unseren alltag wie gehabt fortzusetzen.

nein, diesmal wird es anders kommen! dieser simultane angriff auf unseren geldbeutel und unsere bequemlichkeit sind meiner meinung nach ein echter change agent. vor nicht allzu langer zeit hatten wir schon mal einen dieser spielveränderer - damals war es die allzu dreiste und allzu offensichtliche erhöhung der benzinpreise. es kam zu einer unmissverständlichen öffentlichen reaktion. die automobilindustrie bekam die auswirkungen damals deutlich zu spüren – disruptiv sozusagen. unter anderem war dieser change agent indirekt auch der ausgangspunkt für den aufstieg der e-mobilität.

die aktuellen entwicklungen werden unser leben noch stärker beeinflussen. während unsere autozentrische mobilität damals noch nicht ernsthaft in frage gestellt wurde, könnte es diesmal anders sein. unterstützt durch komplementäre trends wie die konnektivität, das wachsende angebot an mobilitätsdiensten, das zunehmende desinteresse jüngerer stadtbewohner an autos, deren offenheit gegenüber neuen verkehrsmitteln, eine wachsende präsenz von gesundheits- und umweltfragen, sowie eine durch öffentlichen druck erzwungene politische einsicht, dass sich auch auf gesetzgeberseite etwas ändern muss, wird die entwicklung einer neuen mobilität beschleunigen.
einer mobilität, die heterogener, mehr nutzen statt besitzen, zeitgerechter, sozialer, wahrscheinlich mit mehr spaß verbunden und wenn es uns wirklich wichtig sein sollte, sogar umweltbewusster sein wird.

wir stehen vor exponentiellen zeiten. sicher mit vielerlei bedrohungen, aber auch mit beispiellosen möglichkeiten die dinge zum besseren zu verändern - für die welt, die menschen, die wirtschaft und nicht zuletzt für unsere zukünftige mobilität. let’s tackle it. responsibly.